Ich wünsche Dir eine Freude jeden Tag,
einen Engel auf jedem Weg,
ein Licht in jeder Dunkelheit,
eine Tür, die sich dir �ffnet,
einen Menschen, der dich gern hat.

Vertraue dem Leben, geliebtes Erdenkind,
und lasse dich von der Zuversicht leiten,
dass alles gut und richtig ist.
Gelassenheit fährt dich sicher durch deine Tage,
macht dich unverwundbar
gegenüber Angriffen von außen
und gegenüber eigenen Zweifeln.
Nimm meine sichere Hand, folge deinem Herzen.
Gehe Schritt für Schritt.
Fühle die Macht in dir, dein Leben selbst zu bestimmen
und zu entscheiden.
Entschließe dich, mächtig und gelassen zu sein.
Du bist in Ordnung wie du bist.
Bleibe ruhig, verbinde dich
mit Leib und Seele mit dir selbst.

(Im Internet gefunden)

 Die nachfolgenden beiden Texte sind aus dem Buch

"50 Engel f�r das Jahr" von Anselm Gr�n (ISBN: 3451049023)

DER ENGEL DER LEICHTIGKEIT

Papst Johannes XXIII. schrieb einmal in sein Tagebuch: "Giovanni, nimm dich nicht so wichtig!" Er hatte etwas von der Leichtigkeit an sich, die Dich der Engel der Leichtigkeit lehren m�chte. Vielleicht tun sich da die Italiener mit diesem Engel leichter als die eher schwerm�tigen Deutschen, die alles so ernst nehmen, die an alles mit Gr�ndlichkeit und Konsequenz herangehen.

Alles hat seine Zeit. Es ist sicher gut, wenn wir schwere Probleme wirklich anpacken. Dazu braucht es den Engel des Mutes. Aber gerade bei pers�nlichen Problemen ist dieses konsequente Anpacken nicht immer die L�sung. Denn je mehr wir frontal gegen unsere Fehler ank�mpfen, eine desto st�rkere Gegenkraft entwickeln sie. Und dann m�ssen wir uns st�ndig mit ihnen herumschlagen. Da t�te uns die Leichtigkeit von Papst Johannes XXIII. gut. Ausgerechnet dieser Papst, der auch sein Amt leichter genommen hat als mancher seiner Vorg�nger, die unter der Last ihres Amtes zusammengebrochen sind, hat den Mut aufgebracht, ein Konzil einzuberufen und damit die Weichen f�r die Zukunft zu stellen.

Die Leichtigkeit br�uchten wir gerade im Umgang mit uns selbst. Viele kommen mit sich nicht weiter, weil sie so tierisch ernst mit sich umgehen. Sie k�nnen es sich nicht verzeihen, wenn sie noch Fehler haben, die man in ihrem Alter eigentlich nicht mehr haben sollte. Also gehen sie konsequent daran, diese Fehler auszurotten. Aber je mehr sie gegen die Fehler k�mpfen, desto st�rker melden sie sich zu Wort. Und schon bald verlieren solche ernsten K�mpfer dann die Geduld mit sich. Entweder werden sie noch strenger gegen sich vorgehen, oder aber sie geben den Kampf auf. Der Engel der Leichtigkeit m�chte uns einen andern Umgang lehren. Wir geben uns nicht einfach mit unsern Fehlern zufrieden. Aber wir k�mpfen mit Humor. Wir nehmen es nicht so tragisch, wenn wir wieder einmal versagt haben. Wir nehmen unser Menschsein leicht, weil wir nicht alles selber tragen m�ssen, weil wir uns von Gottes Hand getragen wissen. Wer meint, er m�sse alles selbst l�sen, der tr�gt schwer an seiner Verantwortung, der nimmt auch sein Menschsein als schwere Aufgabe. Die Leichtigkeit meint nicht Leichtsinn oder Fahrl�ssigkeit, sie gr�ndet vielmehr auf einem tiefen Vertrauen, dass wir in Gottes guter Hand sind und dass Er f�r uns sorgt. Und sie wei� darum, dass wir Ihm nichts vorweisen m�ssen. Deshalb ist es nicht so schlimm, wenn wir einmal versagen.

Denn Ihn k�nnen wir damit nicht betr�ben. Wir �rgern uns nur selbst dar�ber, wenn wir unsern eigenen Vorstellungen nicht gen�gen.

Der Engel der Leichtigkeit m�chte uns auch in eine neue Freiheit im Umgang miteinander f�hren. Wer etwa, wie ich, in einer kl�sterlichen Gemeinschaft lebt, der wei�, dass man nicht alles so ernst nehmen darf. Sonst macht man sich das Leben k�nstlich schwer. Wir sind und bleiben auch im Kloster Menschen. Das gilt selbstverst�ndlich nicht nur f�r diese Gemeinschaft. Jede Mutter, die Kinder erzieht, wei� auch, dass es nichts bringt, wenn sie sich st�ndig �ber die Fehler ihrer Kinder �rgert. Auch da braucht es die Leichtigkeit, die aus dem Vertrauen kommt, dass die Kinder schon �ber ihre Kinderkrankheiten hinwegkommen und irgendwann erwachsen werden. Es sind eben Kinder. Die d�rfen auch Fehler machen. Die m�ssen aus eigenen Fehlern lernen.

Kinder, die diese Leichtigkeit der Eltern erleben, werden mehr Vertrauen ins Leben haben als andere, bei denen die Eltern alles so ernst nehmen, bei denen die Eltern die Kindererziehung wie eine Doktorarbeit verstehen, die sie m�glichst vollkommen zu erledigen haben. Wer perfekt erziehen will, der erreicht in der Regel das Gegenteil.

Die Leichtigkeit kommt auch hier aus dem Vertrauen, dass die Kinder nicht nur meine Kinder sind, dass sie in ihrer Entwicklung nicht nur von meiner ,,vollkommenen" Erziehung abh�ngen, sondern dass sie in Gottes Hand sind, dass Gott f�r jedes Kind seinen Engel sendet, der f�r es sorgt. Wenn wir die Engel betrachten, die �ber der Weihnachtskrippe jubilieren, oder die Putten, die die Barockzeit �berall in den Kirchen platziert, dann sp�ren wir etwas von der Leichtigkeit, die sie ausstrahlen. Sie nehmen das Leben nicht so ernst wie wir. Sie schweben und fliegen �ber manches hinweg, an dem wir uns festbei�en, das wir unter allen Umst�nden l�sen m�chten. Die K�nstler haben etwas von der Leichtigkeit der Engel verstanden, indem sie sie entweder jugendlich oder sogar kindlich gemalt haben, verspielt, innerlich frei und froh. Unter diesen vielen Engeln ist auch der Engel der Leichtigkeit, der uns zugeordnet ist, damit er uns die Schwere unseres Lebens nimmt und uns die Leichtigkeit des Seins vermittelt.

 

DER ENGEL DES DUNKELS

Wenn ich dir den Engel des Dunkels w�nsche, dann m�chte ich nicht, dass es um dich herum und in dir dunkel wird. Ich bitte dann vielmehr darum, dass ein Engel dich in deiner Dunkelheit besucht und begleitet. Manchmal �berkommt uns die Dunkelheit, ob wir wollen oder nicht. Manchmal wird es in uns dunkel. Da verd�stert sich auf einmal unsere Stimmung. Wir wissen es oft nicht, woher diese dunklen Gef�hle kommen. Wenn wir an die Zukunft denken, sto�en wir nur auf Dunkelheit. Wir wissen nicht, wie es weitergehen soll. Wenn wir unsere Freundschaft, unsere Ehe betrachten, so stehen wir wie vor einer dunklen Wolke. Alles wird bedrohlich. Wir haben Angst, nicht mehr herauszufinden aus der Dunkelheit. Und wenn f�r dich der Glaube bisher ein Licht auf deinem Weg war, so kann es sein, dass sich auch der Glaube f�r dich verdunkelt, dass sich Gott hinter der Finsternis deines Herzens verbirgt.

Viele Menschen leiden heute an depressiven Stimmungen. In der Depression ist alles finster. Alles, woran man sich bisher gefreut hat, gleitet einem aus den H�nden. Man hat den Eindruck, in einem dunklen Loch zu sitzen, aus dem man nicht mehr herausfindet. In diesem Loch sp�rt man nicht einmal sich selbst. Da wird alles f�hllos, sinnlos, finster. Da erreicht einen das Licht menschlicher Liebe nicht mehr. Da gehen die gut gemeinten Worte an einem vorbei. Worte der Liebe wirken schal. Worte, die mir einen Rat geben m�chten, verhallen wirkungslos. Ich h�re die Worte, aber ich verstehe sie nicht. Sie sagen mir nichts. Sie erreichen mich nicht. Viele, die einem andern aus seinem dunklen Loch heraushelfen m�chten, erfahren ihre Ohnmacht, da irgend etwas bewirken zu k�nnen. Da muss schon ein Engel kommen, der hinabsteigt in diese Dunkelheit und dem Menschen in seiner Nacht die Hand reicht. So ein Engel darf keine Angst vor der Dunkelheit haben. Er muss darauf vertrauen, dass er nicht in einen finsteren Abgrund f�llt, sondern dass er selbst gehalten ist. Es braucht Mut, in das dunkle Loch hinabzusteigen, um bei denen zu sein, die da unten sitzen.

Der Engel der Dunkelheit ist auch der Engel der Nacht. Es ist der Engel, der im Traum zu uns spricht. ,,N�chtens will ich mit dem Engel reden, ob er meine Augen anerkennt“, schreibt Rilke in einem Gedicht. Wenn wir gar nicht weiter wissen, wenn uns die Worte eines andern nicht erreichen, dann kann oft so ein Traum eine Wendung herbeif�hren. Auf einmal hellt sich unser Geist wieder auf. Ich habe eine junge Frau begleitet, die vergewaltigt worden ist. All meine Worte haben sie kaum erreicht. Es blieb mir nichts anderes �brig, als ihre Not und ihren Schmerz anzuh�ren und ihre Tr�nen auszuhalten. Da tr�umte sie von einem Kind, das den Riesen auf der Nase herumtanzte. Auf einmal war alles in ihr anders. Zum ersten Mal sch�pfte sie wieder Hoffnung. Zum ersten Mal f�hlte sie sich wieder lebendig, bekam sie wieder Lust am Leben. Was all meine Worte nicht erreicht hatten, das hat der Engel der Nacht durch einen Traum bewirkt. In der Bibel schickt Gott oft seinen Engel, damit er den Menschen im Traum Weisung erteilt, damit er ihnen neue Wege aufzeigt und damit er ihnen die Gewissheit schenkt, dass Gott bei ihnen ist, dass ihr Leben gelingen wird. Joseph, der im tiefen Loch der Zisterne sa�, ohne Aussicht auf Rettung, er hatte durch einen Traum die Gewissheit erhalten, dass sein Leben gelingen wird. Der Traum hat in die Finsternis seiner Zisterne Licht gebracht. So hat er sich selbst nicht aufgegeben, sondern an der Verhei�ung festgehalten, die ihm der Engel im Traum vermittelt hatte. Ich w�nsche dir, dass dich der Engel der Nacht besucht und dir im Traum die n�chsten Schritte zeigt, die dir heraushelfen aus der Dunkelheit und dich voranbringen auf dem Weg der Freiheit und der Liebe.

 

 

 

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