Weihnachten in anderen Ländern

Australien:
Den Weihnachtsbaum haben Einwanderer im fünften Kontinent populär gemacht. Natürlichen Tannenschmuck gibt's jedoch selten. Deshalb zieren Plastik- oder Aluminiumnachbildungen die Wohnzimmer - mit viel künstlichem Schnee und bunten elektrischen Lichtern. Echte Kerzen sind Wunschtraum: Das Wachs würde bei australischen Sommertemperaturen innerhalb kurzer Zeit schmelzen. Am 25. Dezember treffen sich die Menschen in den großen Parks oder am Strand zu einer Riesenparty. Weihnachten - das ist Sommerfest und Karnevalsstimmung.


China:

Öffentliche Plätze, Haupteinkaufsstrassen, Hotels und Geschäfte sind mit Lichterketten, elektrischen Kerzen, echten und künstlichen Tannenbäumen dekoriert. Manchmal schweben Riesenballons in Form eines Weihnachtsmannes über die großen Einkaufszentren. Chinesen lieben das Fest, obwohl nur etwa zwei Prozent der Bevölkerung Christen sind und Weihnachten gesetzlich gar nicht vorgesehen ist.


Dänemark:

Hier kommt zum Weihnachtsfest der Julemand, um Kinder zu beschenken. Ihm helfen viele freundliche rotmützige Wichtel, Nissen genannt. Wenn sich dänische Familien zum Festmahl zusammensetzen, wird ganz selbstverständlich eine Schüssel Reisbrei bereitgestellt. Damit sie auch im nächsten Jahr den Platz für Geschenke unter dem mit weißen und roten Fähnchen geschmückten Weihnachtsbaum nicht übersehen. Schlimm ergeht es denen, die Weihnachten nicht feiern wollen: Diese bedauernswerten Ignoranten werden von den Wichteln hinterrücks mit Nüssen beworfen... 

Estland:

Mit Früchten und Süßigkeiten beschenken Gnome zum Advent die Kinder. Auch Hexen treiben dort zur Weihnachtszeit ihr Unwesen. Deshalb reinigen estländische Frauen noch vor Weihnachten alle Besen - bekanntlich die Fluggeräte der bösen Damen. Über schmutzige Besen pflegen sich Hexen nämlich so zu ärgern, daß ihre Streiche noch schlimmer ausfallen.  

Finnland:
Am Morgen des Heiligen Abends schmückt die Familie den Christbaum mit goldenen Glöckchen, dann geht es gemeinsam in die Sauna. Am Nachmittag gibt es Kaffee und Glögi - so nennt man den Glühwein - und am Abend das große Festessen mit Lachs und "Rosoli", einem Salat aus Roter Bete, Zwiebeln und Mohrrüben.

Frankreich:

Tausende von bunten Lichtern auf den Straßen, Krippenumzüge, ein Riesenzelt mit der größten Krippe der Welt in Paris - all das steht für Weihnachten. An erster Stelle jedoch steht für die Franzosen gutes Essen. Ihr traditionelles Festtagsgericht: die "Dinde aux marons", die Pute mit Maronen garniert. Noch beliebter: das "Reveillon" - ein Festmahl aus Austern, Pasteten, Truthahn und Champagner. Dazu gezuckerte Maronen. Geschlemmt wird die ganze Nacht - vom 24. bis 25. Dezember. Der Tag danach wird meist verschlafen.

Griechenland:

Das Weihnachtsessen gehört auch für die Helenen zu den schönsten Zeremonien. Traditionelles Muß: gefüllter Truthahn. Außerdem: "Melomakarona" - eine Nachspeisenkombination mit Kuchen aus Grieß und Mandeln und viel süßem Gebäck. Nur die Weihnachtsbescherung läßt zum Bedauern aller Kinder sehr lange auf sich warten: Geschenke gibt's erst am Silvesterabend. Dann aber besonders reichlich.

Grönland:

Hier lebt der Weihnachtsmann in einer unterirdischen Höhle mitten im Eis. Wer daran zweifelt, braucht ihm nur seinen Wunschzettel zu schicken. Anschrift: Weihnachtsmann, Julianehaab, Grönland. Die Post weiß dann schon Bescheid. Geschenke nimmt der Weihnachtsmann übrigens auch gern an. Am liebsten sind ihm von Kindern geschickte Schnuller, die ausgedient haben. Die Kleinen beweisen ihm damit, daß sie den Babyschuhen entschlüpft sind. Der Weihnachtsmann hebt sie in einer großen Glasglocke auf. Zu besichtigen: im Postamt von Julianehaab.

Großbritannien:
Schon in der Vorweihnachtszeit dekorieren unsere Nachbarn jenseits des Kanals ihre Wohnung recht bunt mit Girlanden, stellen Weihnachtskarten auf den Kaminsims oder hängen sie an Wäscheleinen quer durchs Zimmer. Auf die Bescherung warten alle Kinder geduldig bis zum Morgen des 25. Dezembers. "Santa Claus" oder "Father Christmas" kommt nämlich nachts auf seinem von Rentieren gezogenen Schlitten und quält sich mit den Gaben den Schornstein hinunter. Er legt sie ins Wohnzimmer und in den Strumpf, den jedes Kind den Abend vorher am Bettpfosten befestigt hat. Höhepunkt ist das traditionelle Truthahnesssen am frühen Nachmittag des 1. Weihnachtstages.  
 
Italien:
Auch hier ist Weihnachten ein Riesenfamilienfest, bei dem das mehrgängige Essen mit Lamm und Truthahn nicht zu kurz kommen darf. Ob allerdings in einem Haus ein Tannenbaum oder eine riesige Krippe steht, ist die Frage. Krippenbesitzer und Tannenbaumfans sind nämlich in zwei Lager gespalten und streiten sich schon Ewigkeiten, was nun wirklich ins Wohnzimmer gehört.
Sizilien schert sich um diese Streiterei nicht. Wichtiger ist, wie die Geschenke finanziert werden. Deßhalb ist die Adventszeit dort die Zeit des Kartenspiels. Einmal pro Woche lädt die Familie zum Weihnachtspocker ein.
Beschenkt werden alle Kinder am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Die häßliche, aber weise alte Hexe "Befana" rutscht dann durch den Kamin und hinterläßt ein Geschenk im bereitgestellten Schuh. Das tut sie, weil sie in jedem Haus ein neugeborenes Jesuskind vermutet...

Mexico:

In der Zeit vor dem spanischen Eroberer Cortez (1488-1547) feierten die Mexikaner in der Winterzeit die Ankunft des Gottes Huitzilopochtli. Augustinermönche tauschten Huitzilopochtli kategorisch gegen Maria, Josef und die Geburt des Jesuskindes aus. Seitdem findet jedes Jahr vom 16. bis 24. Dezember die symbolische Herbergssuche (Posada) statt. In phantasievolle Gewänder gehüllt, singen die christlichen Wanderer alte traditionelle Verse. Ist das Ziel erreicht, feiert man ausgelassen. Mit Feuerwerk und der "Pinata", einem kunstvoll dekorierten Tongefäß, das, mit Früchten und Süßigkeiten gefüllt, nach der Posada geleert und mit verbundenen Augen zerschlagen wird.
 
In Russland übernimmt die Babuschka zu Weihnachten das Regiment. Babuschka heißt Großmütterchen, und tatsächlich ist sie eine kinderliebe alte Frau. Eines Abends saß sie am Ofen und freute sich, wie die Kienäpfel, die sie am Tag gesammelt hatte, im Ofen brannten und die alte Hütte wärmten. Da klopfte es an die Tür . . . Draußen standen drei alte Männer und sagten, sie seien auf dem Weg nach Bethlehem. Dem neuen Gottessohn wollten sie ihre Geschenke bringen und ob die alte Babuschka sie nicht begleiten könne.
Aber die Babuschka, ach, sie war alt und müde und noch ganz verfroren, nein, sie wollte nicht. Die Weisen zogen weiter, aber die Babuschka fand keine Ruhe mehr, am Feuer nicht und nachts auf ihrem Strohsack erst recht nicht. Am nächsten Morgen packte sie also ein paar Geschenke zusammen für das Kind, Spielzeug und Süßigkeiten, und machte sich auf die Suche nach den drei alten Männern.
Aber in der Nacht war Schnee gefallen, sie fand die Spuren der drei Fremden nicht mehr.Und so zieht sie herum bis auf den heutigen Tag und fragt die Leute, wo denn das Cristuskind geboren ist. Findet sie ein paar Kinder, dann lässt sie ihnen Geschenke da, aber gleich ist sie wieder fort auf ihrer Suche. In Russland wird Weihnachten am 6. Januar gefeiert. Den Tisch bestreut man mit Stroh, erst darüber kommt das Tischtuch.Und zum Fest gibt es Gemüse und Fisch, aber kein Fleisch.

Schweden:

Am Heiligabend und schon in den Tagen zuvor packen Erwachsene und Kinder ihre Geschenke sorgfältig ein. Die Päckchen werden verschnürt und versiegelt und vor die Tür des Beschenkten gestellt. Man klopft an und versteckt sich dann schnell. Dieses Weihnachtsklopfen wird "Julklapp" genannt.
Natürlich bringt auch "Tomte", der Weihnachtsmann am Heiligabend Geschenke und erfreut sich deßhalb größter Beliebtheit. Populärer noch als er ist allerdings "Lucia", die Lichterkönigin. Denn sie - von vielen Lichtbräuten unterstützt - kündigt in der Nacht zum 13. Dezember die Rückkehr der Sonne an.

Spanien:

Gefeiert wird am Heiligabend ausgesprochen fröhlich bei Flamencomusik und Turron, eine Art türkischem Honig. Aber auch in diesemLand müssen sich die Kinder bis zum 6. Januar gedulden, bevor es ans Auspacken der Weihnachtsüberraschung geht. Die Heiligen Drei Könige reiten dann mit ihren Kamelen durch die Straßen und halten nach mit Stroh gefüllten Schuhen Ausschau. Kinder stellen sie traditionell nach draußen, damit die Tiere auf dem langen Weg genug zu beißen haben.

 

 

 

 

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